© Postkartenmotiv, freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt von:  Verlag am Birnbach

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt! (Hiob 19,25)

 

Hiob, ein erfolgreicher, gottesfürchtiger Mann, verliert durch mehrere Unglücksfälle in kurzer Zeit alles: Reichtum, Gesundheit, Kinde; und seine Frau wendet sich von ihm ab. Woher kommt dieses Leid? Seine frommen Freunde sind überzeugt: es ist eine Strafe Gottes. So wie Hiobs Glück eine Folge seines Fleißes und seiner Frömmigkeit war, so muss er jetzt irgendwie selbst verantwortlich sein für sein Leid. Sie sehen in allem einen Zusammenhang zwischen Tun und Ergehen und suchen daher nach einer Schuld in seiner Vorgeschichte.

 

Hiob widerspricht ihnen vehement. Er kann sich zwar auch nicht erklären, warum Gott seinen Segen jetzt nicht mehr wie früher spendet, besteht aber darauf, dass er keine entsprechende Sünde begangen habe, für die das eine Strafe sein könnte. Ebenso wenig akzeptiert er eine Schuld seiner Eltern.

 

Seine Folgerung aus dem Zustand ist nun aber nicht: Dann ist Gott eben ungerecht! Er gibt seinen Gott, der ihn früher reich gesegnet hat, nicht auf, als er diesen Segen nicht mehr erfährt. Im Gegenteil: Er versteht den jetzigen Zustand zwar nicht, aber aus der früheren guten Erfahrung schöpft er die Gewissheit, dass Gott es gut mit ihm meint, dass er ihn letztlich zu einem guten Ziel führen und das Leid wieder von ihm nehmen wird: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ 

 

Die Erklärung des Leides durch den Zusammenhang zwischen Tun und Ergehen ist auch heute noch weit verbreitet. Sie erscheint logisch. Und sie ist so verführerisch, weil sie uns in der scheinbaren Sicherheit wiegt, solange wir uns ‚brav‘ verhielten, könne uns nichts passieren. Aber letztlich ist sie unbarmherzig. Hiob ist ein Streiter gegen diese Erklärung, und damit ein Streiter für Barmherzigkeit. Es gibt unverschuldetes Leid. Diese Überzeugung Hiobs wird Jesus in seinem Leben, Sterben und Auferstehen bestätigen. Und so haben die Christen sich gern auf diesen Satz aus dem Buch Hiob zurück bezogen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

 

Den DenkAnstoss für den Monat November 2019 schrieb

Ursula Lantzerath von der

Römisch-katholischen Kirche

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