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www.BonnerKirchenNacht.de
KIRCHE BEGEISTERT
Eine Pfingstbotschaft der ACK
Bonn
Zu Pfingsten feiern wir den
Geburtstag der Kirche. Am Vorabend dieses Festes findet am
25. Mai 2012 die 5. BonnerKirchenNacht statt.
Aus diesem Anlass möchten wir
als Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Bonn,
in der die Kirchen unserer Stadt zusammenarbeiten, deutlich
machen, was uns wichtig ist:
An diesem Fest erinnern wir uns
daran, dass die Freunde Jesu für die Ausbreitung seiner
frohen Botschaft „be-GEIST-ert“ wurden.
Pfingsten liefert eine
ungeahnte Energiequelle:
Durch den Geist Gottes
überwinden Menschen seitdem Verzagtheit, Vorurteile,
Selbstzweifel und Resignation. Gott selbst öffnet sich zur
ganzen Welt und befähigt uns, Jesus Christus zu verstehen
und mutig in seinem Geist neue Wege zu gehen. Dadurch können
wir Barrieren der Sprache, der Kultur und der Religion
überwinden.
Als Ausdruck dieser Öffnung
Gottes sehen wir auch die weltweite Zusammenarbeit aller
Kirchen.
Als Ausdruck dieser Öffnung
Gottes zur Welt hin sehen wir das Zweite Vatikanische
Konzil, das vor 50 Jahren eröffnet wurde.
Als Ausdruck dieser Öffnung
Gottes verstehen wir unser Miteinander in der ACK Bonn.
Als Ausdruck dieser Öffnung
Gottes stehen die Türen der Bonner Kirchen in der Nacht des
25. Mai 2012 für alle offen.
Die geöffneten Kirchentüren
sind für uns ein Symbol für den Geist Gottes, der alle
einlädt und niemanden ausgrenzt.
Gesegnete Pfingsten!
* * *
Die Zukunft liegt in der Vielfalt der Strukturen
Der Religionssoziologe Paul M. J. Zulehner
beim Ökumenischen Pfarrkonvent der ACK Bonn
Von K. Rüdiger Durth
“Die Zukunft liegt in der Vielfalt der Strukturen.“ Davon
ist der emeritierte Wiener Theologieprofessor Paul M.J.
Zulehner (72) überzeugt, der für die zunehmende
Zersplitterung des Religiösen in unserer Gesellschaft den
Begriff von der „Verbuntung“ geprägt hat. Zulehner, der zu
den bedeutendsten europäischen Religionssoziologen zählt,
setzte sich auf Einladung [des Ökumenischen Pfarrkonventes]
der Bonner Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
mit der Frage auseinander, wie die weltanschauliche
Verbuntung die Mission der Kirchen herausfordert.
Vorausgesetzt, die Vielfalt weist auf Jesus Christus hin.
Dies wiederum erfordert von den Kirchen, selbstbewusster als
bislang ihr Angebot für den Menschen herauszustellen.
Schließlich ist aus seiner Sicht nur der wirklich Christ,
wenn er das auch weitergibt, was ihn zum Christen macht.
Für Zulehner gilt Heiner Geißlers Feststellung, dass „jeder
intelligente Katholik in seinem Herzen auch Protestant ist.“
Nicht nur, weil die beiden großen Volkskirchen etwas von
der [die] Bindungskraft der Baptisten lernen können („Die
haben Power“) oder weil die Freikirchen „noch keine
Anzeichen von spiritueller Erschöpfung haben“, sondern weil
„wir lernen müssen, die Vielfalt zu schätzen“. Wer einen
Blick für die Vielfalt christlichen Lebens habe, der werde
auch wieder ganz neu den Reichtum der Kirchen entdecken und
ihn für die Mission nutzen. Und dieser Reichtum besteht für
die Kirchen nicht zuletzt in ihren Rituale, “die das
stabilste sind, das die Kirche hat.“
Kirche, Glaube, Religion sind heute für den Menschen nicht
mehr selbstverständlich. Religion, sagt Zulehner, ist für
die meisten Menschen „Erleben, nicht Denken.“ Sie suchen
sich religiös das zusammen, was sie für ihr Leben brauchen:
„Wir haben es mit modernen religiösen Pilgern“ zu tun. Und
diese Pilger suchen Antworten für ihr angstbesetztes Leben.
Vor allem ist es die Angst, „zu kurz zu kommen“. Doch was
bieten die beiden Volkskirchen aus der Sicht Zulehners? Sie
verwenden die meiste Kraft darauf, die zu bekehren, die
schon bekehrt sind. Anders ausgedrückt: Die kleiner werdende
Kerngemeinde erfordert die meiste Kraft der Kirchen.
Viel zu wenig wird nach Zulehner ernsthaft
danach gefragt, warum so viele Menschen den großen Kirchen
ihren Rücken kehren. Und es wird übersehen, wie viele
Kirchenmitglieder nur noch „stand by“ sind („Bei den
Protestanten mehr als bei den Katholiken“). Allerdings ist
das für den Wiener Religionssoziologen auch kein Wunder
angesichts der Tatsache, dass gern über die Kirche gejammert
werde, aber immer weniger sagten, was an seiner Kirche
attraktiv sei und an dem man unbedingt teilnehmen müsse.
Nach Zulehner wissen die Menschen sehr wohl,
was gut sei („Die Menschen sind nicht so schlecht, wie wir
Katholiken sie gern hätten“), „aber sie schaffen es nicht.“
Das führt zur Sehnsucht der Menschen nach Heilung und
Gemeinschaft. Letztere wird vielen Menschen in den Kirchen
zu wenig geboten, weil sie ihnen zu anonym geworden ist.
„Christlichkeit geht nur vernetzt“, sagt Zulehner, und weist
darauf hin, dass der Glaube desjenigen „verdunstet“, der
außerhalb der Kirche steht.
Zuviel haben die Kirchen von der Erbschuld geredet, zuwenig
vom Erbheil. Um das zu ändern, müssen die Kirchen wieder
„enthüllen, was Gott in und für alle Menschen tut“. Es geht
um die Liebe. Zulehner kann deshalb auch sagen: „Die Kirchen
müssen enthüllen, dass wir Menschen zur Liebe geschaffen
sind, weil Gott der Liebende ist.“ Indem wieder die Liebe
enthüllt wird, wird Heilung sichtbar und Jesus, der Heiland
als Heil-Land begreifbar. Zulehner: „Wir trauen Gott zu,
dass alle zu Liebenden werden.“ Für ihn ist deshalb das
Jesus-Wort aus der Bergpredigt vom Licht und Salz ein
zentrales Wort: Das Licht enthüllt und das Salz heilt.
Konkret: In der „Enthüllung“ zeigen die Christen, was durch
Gottes Geist alles möglich ist und auf was hin sich alles
entfaltet. In der Nachfolge des Heilandes wird das Heil-Land
sichtbar und die Angst, die das Lieben verhindert, verliert
sich. Dieses Ziel wird durch eine Vielfalt der Strukturen
erreicht, der sich die Christenheit nicht verschließen soll
– weil in ihnen die Zukunft liegt.
* * *
Keiner wird vergessen
erster Gedenkgottesdienst für
Unbedachte im Jahr 2012
„Herrn L. habe ich gekannt, wir
kommen aus demselben Ort, wir sind zusammen in die Schule
gegangen.“ Das war die Reaktion eines Besuchers nach dem
ersten Gedenkgottesdienst für Unbedachte im Jahr 2012.
Wieder hatte die ACK Bonn für einen Samstag im März
eingeladen, zum ersten Mal in die wunderbar renovierte
Namen-Jesu-Kirche der Altkatholischen Kirche. Etwa 80
Menschen nahmen am Gottesdienst teil. Damit zeigte sich,
dass dies Angebot in der Innenstadt erfreuliche Resonanz
findet. Neben Gebeten, Liedern und Predigt bildet die
Totenehrung einen besonderen Akzent des Gottesdienstes. Die
Namen der Menschen, die auf Veranlassung der Stadt Bonn
beerdigt wurden, werden verlesen und jeweils eine Kerze für
sie entzündet. Diesmal waren es 30 Menschen. Für einen
großen Teil dieser Verstorbenen hat es keine Trauerfeier
gegeben.
Ein Umstand, der die ACK zu
diesem Gedenken veranlasst. „Es geht kein Mensch über die
Erde, den Gott nicht liebt,“ ist Pfarrer Ernst Jochum als
ACK-Vorsitzender überzeugt, „das gilt auch für die Menschen
am Rande unserer Gesellschaft.“ Er und das Team, das die
Feier vorbereitet und gestaltet hat, zeigte sich erfreut
über den großen Zuspruch. Sicher ist dies auch der
Innenstadtlage der Kirche zu verdanken, und auch die
Mittagszeit (12 Uhr) an einem Samstag zeigte sich als
günstig. „Dieser Gottesdienst macht Mut für die weiteren in
diesem Jahr,“ meinte Jochum. Sie sind geplant für den 25.
August und 10. November, jeweils um 12 Uhr in der
Namen-Jesu-Kirche, Bonngasse.
* * *
Gottesdienst in Magentafarbe
Ökumenische Vesper der ACK
Ein besonderes Erlebnis
erwartete die Besucherinnen und Besucher der jährlichen
Ökumenischen Vesper der ACK Bonn im Januar. Ungewöhnlich war
der Ort: der Telekom Dome, das Heimatstadion der Telekom
Baskets Bonn. Sehr kooperativ wurde uns die VIP-Lounge zur
Verfügung gestellt. Dort versammelten sich am Sonntag,
15.1., etwas 130 Christinnen und Christen, um aus Anlass
der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen
Gottesdienst zu feiern. Der Raum war in magentafarbenes
Licht getaucht. An den Wänden hingen moderne Bilder von
Situationen aus dem Basketball - Sport. An Kirche und
Gottesdienst erinnerten das Kreuz auf dem Altartisch, der
Posaunenchor und der Gospelchor, die das Singen begleiteten
und zum Mitsingen animierten.
Dieser symbolische Ort wurde
bewusst ausgewählt. Von den polnischen Christen war als
Thema „Sieg und Niederlage“ vorgeschlagen worden; ein
Lebensbereich, an dem das konkret und symbolisch erfahren
wird, ist der Sport. Als Prediger war Pfarrer Karl-Heinz
Iffland aus Köln gekommen, der als Sport-Beauftragter der
evangelischen Landeskirchen NRW das Thema mit einem
biblischen Text verband. Wie z.B. beim Fußball der Erfolg
einer Mannschaft davon abhängt, dass sich nicht einzelne
Stars produzieren, sondern auch abgeben können, so brauchen
in der “Mannschaft“ der Kirche Jesu Christi nicht einzelne
alles zu machen, sondern sie können „abgeben“ und sich bei
der Weitergabe des Evangeliums in Wort und Tat ergänzen.
Leider können immer noch nicht
alle Christen miteinander Eucharistie/Abendmahl feiern. Aber
wie schon beim Ökumenischen Kirchentag in München half uns
auch diesmal unsere orthodoxe Schwesterkirche mit einem
sehr eindrücklichen Symbol. Nach orthodoxem Brauch wurde ein
Brot hereingetragen und auf den Altar gelegt. Wie in der
orthodoxen Liturgie das gesegnete Brot, das in der Feier
nicht verzehrt wird, nach dem Gottesdienst von den Gläubigen
gegessen wird, so wurde auch das Altar-Brot nach der Vesper
gegessen. Lebhafte Gespräche danach schlossen diese rundum
gelungene ökumenische Vesper ab.



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NEUER VORSTAND GEWÄHLT
(v.l.n.r.): Pfarrer
Ernst F. Jochum (Evangelische Kirche), Pfarrerin Henriette Crüwell (Alt-Katholische Kirche), Dipl.-Theol. Ursula
Lantzerath (Römisch-Katholische Kirche), Dr. Konstantinos
Vliagkoftis (Griechisch-Orthodoxe Kirche).
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